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26. März 2012
9. März 2012
Unsere Tage in Sri Lanka
Sind kurz gesagt: FAUL!! Die ersten Tage haben wir mit Schlafen zugebracht. Bereits um 21:00 fiel zumindest ich wie von der Palme gefallen ins Bett und habe selig geschlummert. Besser als ich seit langem zu Hause geschlafen habe. Thomas scheint es ähnlich zu gehen
Gerne sind wir bereits morgens zwischen 07:30 und 08:00 beim Frühstück und ratschen ein bisschen mit der Köchin oder dem Personal. Auch wenn es am ersten Tag befremdlich erschien, hat hier jeder seine feste Liege und ein frühes reservieren der Liege ist nicht erforderlich – das finde ich sehr entspannend.
Nach einem morgendlich Bad im Pool (das Meer kann man zu Zeit knicken –rote Fahne und viele heftige Strömungen und Wellen verhindern dies) liegen wir gemütlich unter unserem Schirmchen, eingebettet zwischen wohlgewachsenen Kokospalmen und schauen auf den goldenen Sand und das Meer. Unterbrochen wird der Tag nur durch das umblättern der Bücherseiten, gelegentlichem plantschen im Pool, Mittagessen, kleiner Tratsch mit ein paar Gästen und dem heimlichen füttern von Fiffymutti Bambi, Minime und Minishe. Weitere Kontakte gibt es beim bestellen von Teebeutelchen (ja, und das im Land des Tees) und Nescafes. Hin und wieder beobachten wir mit Spannung die Handelsversuche unserer Mitgäste und den Beachverkäufern. Immerhin es werden echte Edeluhren, RayBan Brillen und Smokkleidchen (diese für günstige 20€) verkauft.
Gegen Spätnachmittag, wenn der Strand sich mit einheimischen Kricketspielern und dem ein oder anderen Hochzeitspaar beim Romanticshooting füllt, ziehen wir uns zu einem schönen kühlen, leichten Bierchen in den offenen Barbereich zurück. Das Licht verleiht dann allem so einen gnädigen goldigen Schimmer, so dass man deutlich verbrannter Rücken fast als gebräunt bezeichnen kann und manche Cellulitehaut fast jugendlich wirkt (fast). Nein im Ernst, es ist eine goldene friedliche Stimmung und das Rauschen des Meeres verhindert jeden Gedanken daran, dass die letzten Tage angebrochen sind. Nach unserer „Teebeertime“, gehen wir zumeist auf der Searoad ein bisschen spazieren, schauen hier und dort rein, studieren die ein oder andere Speisekarte, versuchen Zigaretten zu kaufen (nicht einfach) und gehen dann hungrig zu unserem All Ink Buffet. Jetzt mag man sich vorstellen, das ist bestimmt, nun ja, langweilig. Aber es erstaunt uns zutiefst, wie lecker das Essen ist. Täglich gibt es die Wahl zwischen verschiedenen Currys, Dhals, Salaten, Fleisch, Fisch, Suppen, Brot, Desserts, Nudeln usw.
Zumeist ist jeder Abend einem Motto gewidmet. So gab es am mongolischen Abend Livecooking. D.h. man sucht sich seine Zutaten raus und gibt diese einem der 4 Köche. Diese bereitet dann je nach persönlichem Gusto einem sein Essen spicy, tourist mit oder ohne Nudeln / Reis zu. Es gibt italienisch (heute Abend), Sri Lanka, englisch (haben wir ausgelassen), around the world, chinese Abende. Jeder Abend hat immer was anderes leckeres im Töpfchen. Auch die Spagetti Bolognese waren unserer tiefsten Überraschung wirklich lecker. Auch mittags und morgens erwartet einen immer eine reichhaltige Auswahl und ich muss sagen, in deutlich teureren Hotels haben wir schon deutlich schlechter gespeist. Wir sind definitiv sehr zufrieden und können das Hotel nur empfehlen.
Nach dem Abendessen, es ist schon dunkel und nur das Rauschen und die Meeresbriese verweisen auf das nahe Meer, begeben wir uns zumeist wieder in die offene Bar um über diese unglaublich inhaltsreichen Tage zu plauschen. Und: ja es fällt uns immer noch was ein. Sei es die Schnapsflasche der Dame, die Kokosnuss die runterfiel, die diebischen Krähen, Muscheln die gefunden wurden….
Heute werden wir noch eine Hochzeit beobachten dürfen. Wie gerade Thomas berichtet hat (er hat gerade den Mückenschutz geholt, da die Mücken mich besonders in Herz geschlossen haben), werden von der ganz in Rot gekleideten Braut und dem neu angetrauten Bilder gemacht – muss gleich mal gucken gehen.
Shoppingday
Mit unserem Fahrer ging‘s am frühen Morgen auf den großen Fischmarkt in Negombo. Zuerst wird man von einem strengen Geruch und vielen, vielen Krähen begrüßt. Auf langen Jutedecken liegen abertausende von kleinen, fast durchsichtigen Fischen, Sardinen, Sardellen, Pulpo…..Bestimmt 40 dieser ca. 10 Meter langen und 2 Meter breiten Fischdecken (was für ein schönes Wort – müsste eigentlich in den vorgehenden Eintrag übernommen werden). Diese Fischdecken werden dabei von Frauen bestückt, welche auch regelmäßig die Fische wenden. Die Männer wiederum sitzen direkt am Meer und reparieren die Netzte, Taue oder entladen große Körbe der Fische. Nach ca. 50m kommt man zur großen offenen Fischhalle, wo alle Arten von Fischen verkauft werden. Der Geruch ist mittlerweile betäubend. Mantas werden mit schnellen Schnitten mit einer Art Machete zerteilt und portioniert, überall Blut, Fischköpfe und Eingeweide. Dazwischen stolzieren Katzen mit hungrigen Blicken und dürren Körpern umher (wenn das mal unsere properen Mietzen sehen würden). An einem Stand – erklärt uns Kamil – Babyhaie (Leute, mir wird übel). Die Babyhaie sind vielleicht 30cm groß und sollen für Schwangere gut sein. Ich nenne es verantwortungslos. Es gibt so viel unterschiedliche Fische (Fischleichen), dass ich mir denke, ich kann keinen Fisch mehr sehen und riechen (wobei der Fisch heute gut war..). Es war interessant zu sehen, aber auch sehr grausam. Brrrr
Danach fuhren wir zu Main Street. Der Plan, Glitz, No Limit und andere Malls für das ein oder andere Kleidungsstück oder Souvenir. So der Plan. Wie ihr wisst, gehen meine Pläne (zumindest privat) meist nicht so ganz auf wie gedacht.
Da die Läden noch zu hatten, sind wir erst mal in einen Supermarkt. Spannend. Ein bisschen schwer einzukaufen, wenn eigentlich kein Preis dran steht. Aber bisher haben wir es noch in jedem Land welches wir besucht haben geschafft, einen Supermarkt zu besuchen (nur New York war schwierig) bzw. Thomas geht ja immer zum Frisör. Aber das ist eine andere Geschichte.
Warum Supermarkt? Na ja, wir finden es spannend welche Produkte es so gibt und wie die Leute leben – und natürlich wie sie einkaufen. Schön fand ich die riesigen Reissäcke mit so unterschiedlichen Sorten und große Säcken mit Soja, Linsen…und die Produkte die wir nicht lesen konnten. Also keine Ahnung was das war, hübsche Bilder…
Danach besuchten wir erfolgreich ein Herrengeschäft, welches Mode direkt aus London bot. Ein Hemd und eine Krawatte fanden den Weg nach Hause. Der Kassiervorgang ist spannend:
Eine Verkäuferin hinterlegt die Ware, ein Mann kassiert und ein dritter packt ein, macht einen Stempel auf die Rechnung, dass auch bezahlt wurde..hmmm.
Dann hatte endlich Glitz auf. Frau Fischer in Jagdlaune – die schnell geschmälert wurde. Ich hoffte, erwartete europäisch oder internationale Kleidung, aber ich weiß nicht ob Rüschen, Smokkleidchen, Batikröcke, Saris und bunte Plastikhaarspangen so ganz meinem Style entsprechen. Daher fanden nur zwei Boxershort die sage und schreibe je 170 Rupies gekostet haben (so 1.20€) den Weg in’s Täschle. Auch das No Limit war leider eine Enttäuschung. Auch hier sehr viel traditionelle Bekleidung. Schade, pfff.
Ein paar Tage später war es endlich soweit: Wir konnten endlich die neue Brille von Thomas abholen. Nach unserem Ausflug in Colombo waren wir noch bei Lucky auf der Mainstreet und haben mit Erfolg ein schönes Brillengestell entdeckt und haben uns dort für kleines Geld eine neue Brille fertigen. Was heißt kleines Geld? Wir zahlten für ein japanisches Brillengestell, selbsttönenden, Bifokalgläser gerade mal 180 Euro. In Deutschland hätte das gute Stück ca. 800-900€ gekostet. Zuvor waren wir noch bei Abdul. Den Hinweis auf preiswerte lokale Ayuvedische Medizin entnahm wie ich wie Lucky, Hinweisen aus/von Holidaycheck. Hier habe ich einen phantastischen Tee gekauft, der besonders bei Husten, Erkältung usw. helfen soll. Nachdem ich nach dem Hinflug und dem ganzen hin und her mit kaltem Flugzeug, warmen Flugzeug, kaltem Airport hüstelnd angekommen bin, bereits ausprobiert habe und begeistert bin. Bei Abdul gibt’s jede Menge div. Tees, Kräuter und Aloe Vera Balsam – und das für einen Bruchteil dessen, was man hier vor Ort zahlt (bzw. nach Recherche dafür in Deutschland zahlen müsste)
Von unserem treuen (anhänglichen) Fahrer, der dann auch mal ganz genau in die Tüte schaut (na bei den Preisen die wir ihm zahlen) haben wir uns dann mitten auf der Searoad, an der auch unser Hotel liegt, absetzen lassen. So sollte doch das ein oder andere Mitbringsel den Weg nach Deutschland finden. Das ist aber alles nicht so einfach. Viele Sachen sehen genauso aus wie wir sie schon vielfach in anderen Ländern gesehen haben, nur zu überteuerten Preisen. Letztes Jahr hatten wir uns aus Bali Dämonenmasken mitgebracht. Wurde uns als typisch Bali verkauft. Hier sind die gleichen Masken typisch Sri Lanka, hmmm. Claudia habe ich einen Budda versprochen. Haben zu guter Letzt auch einen gefunden, Aber verglichen mit dem aus Vietnam und den Sachen die wir in Bali und Malaysia gekauft haben, recht einfach (dafür deutlich teurer). Leider haben wir bisher kein schönes Kunstgeschäft gefunden. Aber wir haben ja noch 3 Abende, schauen wir mal ob sich was Nettes noch einfindet. Erst mal freue ich mich über die schöne neue Brille und den Tee.
Sätze, Wörte die den Urlaub prägen
Wir bereits berichtet sind wir kurz vor dem engen Zusammenschluss mit unseren neuen (fast) Freunden – der Gang.
Nachdem ich die Rudelführerin (unsere Zimmernachbarin) live und in action in ausgezeichnetem Englisch mit dem Personal erlebt habe („Du, Roomboy – böser Blick, winken mit dem Finger, in, go in“), kam ich zu Thomas an den Strand zurück und habe eine neue Bezeichnung für mich (also nicht für mich, sondern für so nette Urlaubsfreundschaften) entwickelt:
Urlaubsnazis: Wie, was? Das sind Menschen, die einfach um nicht zu sagen primitiv sind, aber meinen, nur weil sie hier ein paar Wochen sind (und es sich leisten können – 3 *** Hotel), alle Anderen und im Besonderen die Einheimischen und Personal scheuchen. Nicht freundlich, sondern gebieterisch. Sie dominieren und kuschen zu Hause vor jeder Obrigkeit. IHHHHHHHHH
Aber es gibt auch andere Begriffe die sich prägen. So haben wir ja am zweiten Tag mit Kamil, dem TukTuk Fahrer einen Ausflug nach Colombo unternommen. Natürlich sind wir jetzt best buddies und sollen doch seine Familie kennenlernen. Mehrfach hat er uns eingeladen, wir konnten es aber freundlich und bestimmt umgehen. Führte natürlich zu ein wenig Verlegenheit (auf unserer Seite) – waren wir unhöflich? Auf jeden Fall versprochen wir ihm weitere Fahrten. Leider wurde mit jeder Fahrt – die wir nicht ganz selbstbestimmt machten – alles ein wenig teurer. Daher verwenden wir jetzt neudefiniert den bekannten Ausdruck – über den Tisch ziehen – durch’s TukTuk ziehen
„Du mich auch“ auch muss natürlich auch der vollständigkeitshalber erwähnt werden. Aber dazu lasse ich mal die Details aus – kleine Geheimnisse brauchen wir ja auch. Du mich auch – ist aber liebevoll gemeint
Die Rentergang Teil 2
Nachdem Thomas so einen fulminanten Einstieg in die Hamburger Rentnergruppe hatte, werden wir jetzt mit schweigen und nichtachtenden Blicken bestraft. Wir dürfen morgens nicht Teil der spannenden Unterhaltung, welche von der weiblichen Gangführerin geführt wird, sein und bekommen auch um neune nix vom mitgebrachten Bier. Gemein, oder? Ich würde so gerne der nervigen Stimme lauschen, die so spannend von Schranktüren, dem täglichen Brotverbrauch hier und dort berichtet und so schön über die „Eingeborenen“ spricht. So gerne wäre ich um 10:00 dabei, wenn das erste Bier von der Bar geholt wird oder ein Piccolöchen geköpft wird. Mensch, da hätten wir mal die Chance auf echte Freunde und dann das. Selbstredend, dass wir abends auch nicht eingeladen sind, Jimmy, John oder anderes hochprozentiges mitgebrachtes zu trinken.
Aber ich habe eine nette ältere Dame entdeckt, die morgens immer heimlich ihr Schnapsfläschchen in der in der Mülltonne am Strand diskret entsorgt, vielleicht sollte ich hier mal einen Annäherungsversuch wagen um endlich in die Gang aufgenommen zu werden. Ich werde mir auch durchsichtigen Parero zulegen und einen stahlgrauen Haarschnitt…
7. März 2012
Sri Lanka und wir
Ich habe mich nach dem Ausflug gefragt und was ist mein Fazit zu Sri Lanka? Normalerweise geht das ja immer ratzfatz und entweder fühle ich mich wohl oder werde nie so richtig warm (Bsp: Bali toll, muss ich nochmals hin – nicht unbedingt, Malaysia super – möchte ich Leben…). So was ist nun?
Uns (jetzt schreibe ich mal für uns beide) gefällt es ausgesprochen gut obwohl wir bisher wenig gesehen haben. Die Menschen sind sehr liebenswürdig, hilfsbereit und immer für ein Schwätzchen bereit. Wenn man was nicht versteht, erklären sie es geduldig und immer bekommt man ein strahlendes Hello und Lächeln (ganz besonders vom zahnlosen Gärtner (gibt’s auch ein Foto). Das Meer, das Klima, das pulsierende Leben, Palmenhaine, goldener Strand, Meeresrauschen begeistern. Das Essen ist sehr lecker und am Donnerstag zeigt mir der Koch wie man dry ananas curry zubereitet. Das Rezept steht natürlich nicht im Kochbuch, klar, oder. Neue Freunde haben wir auch.
Eine Hündin die wir mit ihrem rehbraunen Fell, großen spitzen Ohren und rehbraunen Augen Bambi getauft hat. Bei sich hat sie zwei Welpen, die wir der Einfachheit halber – da wir sie nicht unterscheiden können – Minime und doubleminime getauft haben. Brav folgen sie uns auf Schritt und Tritt und mittlerweile sind wir recht versiert im Essen schmuggeln um ihnen die ein oder andere Köstlichkeit zustecken zu können. Stundenlang können wir ihnen beim toben zu schauen.
Ansonsten haben ich um die herrlichen Tage abzurunden nicht nur den Vampirroman (ich glaube die Rosemunde Pilcher der Vampire hat dieses Buch geschrieben und es gibt eine ganze Reihe davon) gelesen sondern auch gleich die Bibliothek geräubert – danach werde ich sicherlich wunderbar schnulzige Romane schreiben (auch das macht Sri Lanka aus einem).
Wir hatten auch schon die perfekten Sonnenuntergänge, die jeder kitschigen Postkarte entsprungen sein könnte, wildes Meer, schöne Abend rund um das Hotel und Augenkontakt mit einem der vielen Beachverkäufer. Ach, es ist schön und die Zeit vergeht trotz der permanent plappernden und ab 09:00 morgens trinkenden Rentner im Hotel viel zu schnell.
1 Tag in Colombo
Morgens um 9:30 hat uns unser TukTuk Fahrer Kamil pünktlich am Hotel abgeholt. Der Plan in Colombo entweder einen eBook Reader oder ein Tablet PC zu kaufen – so der Plan.
Die Fahrt dauert für die rund 34 KM rund 2h und führt durch das Gewusel von Negombo und vielen Vororten direkt immer geradeaus nach Colombo. Erster Ziel Liberty Mall. Gleich im ersten Geschäft werden wir enttäuscht. Große Augen bei der Frage nach einem eReader. Auch das zeigen eines eReaders ruft verwirrte Blicke auf. Man haben die Europäer ein Teufelszeug. Mittlerweile werden wir von unserm Fahrer fast am Händchen genommen und in jedem Geschäft (ca. 10) fragt er in heimatlicher Sprache nach, wo man noch hinkönnte. In einem Laden gab es dann sogar ein Samsung Table PC – leider zu Preisen die nicht akzeptabel waren. Als ich dann recht frustriert aufgegeben habe und mich dann lieber mit unnützen Tand eindecken wollte, drängelte Kamil darauf Gas zu geben, damit wir noch in einen der wichtigsten buddhistischen Tempel besuchen können. Also blieb es bei einem englischen Krimi und einem Sri Lanka Kochbuch um mein Leid zu lindern…
Der Tempel war mehr als nur beeindruckend, glich er doch vielmehr auch einem Museum- Überall Figuren, Gold, Geschirr, alte Computer – ein regelrechter Sammelort. Ein buddhistischer Mönch betete uns regelrecht ein Bändchen an den Arm, damit wir Glück haben. Ein weiterer für Protektion. War ein eigenartiges und doch auch rührendes Ritual. Danach heizten wir mit unserem TukTuk quer durch Colombo. Zum Galle Face, Fort, Hinduistischen Tempel, Parlament und vielem mehr.
Im TukTuk bekommt man so einen Ausflug hautnah mit. Nicht nur die Abgase, auch der ein oder andere abgefahrene LKW-Reisen starrte einem in hautnah ins Auge. Ich würde sagen, jeder Verkehrspolizist aus Deutschland würde einen Infarkt nach dem anderen bekommen. Allerdings hat unser Fahrer das sehr suverän bewältigt. Um mir in ach der schweren eBook-freien Zeit eine besondere Freude zu machen (Augenzwinker) fuhr er uns, ganz uneigennützig wie sich von selbst versteht, zu einer Herbalfarm. In recht guten deutsch erklärte uns ein Doktor – der uns natürlich nicht verkaufen wollte, die Vorzüge der besonderen Kräuter und Ölen aus. Logo, dass wir nicht wiederstehen konnten und brav eingekauft haben. Gab’s doch Tee und eine Minimassage für Thomas. Auch selbstverständlich, dass wir den Kram woanders deutlich günstiger bekommen?
Danach ein echtes Highlight. Endlich haben wir eine neue Brille für Thomas. In Negombo durften wir unseren Willen behalten und fuhren zu Lucky. Lt. Empfehlungen von holidaycheck ist er toller, preiswerter Optiker. Was soll ich sagen, stimmt. Für ca. 180 Öken hat Thomas eine Brille, die zu Hause ca. 800-900€ gekostet hätte. Donnerstag dürfen wir sie abholen.
Fazit Colombo – langer Weg, tolle Eindrücke, technisch weit zurück, anstrengend aber war’s Wert.
Bad Day for Mrs. Fischer
Heute ist erst Donnerstag und die erste Katastrophe (ja, für mich) hat sich ereignet. Ich habe durch totale Schussligkeit das Display meines schönen Sonyreaders geschrotet. Und jetzt? Nichts zu lesen, den ganzen Tag die endlos langweiligen Geplausche der Rentnergang lauschen, Freunde finden? Von den Beachboy- und Girls Tücher, Gürtel, Taschen kaufen, Srilanesische Gesänge Auswendiglernen, mit der Gang auf Rundreise gehen? Meine Gedanken überschlagen sich, wenn Thomas da ganz klar nur einen hat: Gott sei Dank ist das mir nicht passiert!
Bei der Rezeption zeigte ich fast mit Tränen in den Augen mein Elend. Die freundliche Dame schrieb mir eine Adresse eines Ladens in Negombo auf, die so was haben könnte (ich schwöre, die hatte so einen eReader noch nie gesehen), was uns dazu veranlasste, fast in Badebekleidung ein TukTuk zu besteigen. Keine Sorge – wir waren korrekt angezogen.
Der Laden hatte sowas natürlich nicht, sondern nur viel bunte Kleidung. Unser Fahrer (der auch Thomas heißt – glauben wir das mal) brachten uns zu einem Computerladen, die sowas auch noch nie gesehen haben. Trotz kaputten Displays waren wir für einige Minuten echte Hingucker. Andere Kunden wollten auch mal schauen und die Chefin war ganz traurig, weil sie uns nicht helfen konnten und die wenigen Funktionen die noch gingen deutsch waren.
Lieb haben sie gleich kreuz und quertelefoniert und hätten uns aus Colombo irgendein Teil aufgetrieben. Dankend haben wir abgelehnt und werden morgen mit dem Fahrer des TukTuks in das 1 1/2h entferntes Colombo fahren um entweder einen eReader oder aber ein nettes Android Tablet zu erstehen. Mann, ich ärgere mich und könnte mich in den A….beißen. Aber Gott sei Dank ist es ja Thomas nicht passiert.
Immerhin hat das Hotel eine kleine Bibliothek und ich lese jetzt einen romantischen Vampirroman…
Rentnerparadies Goldi Sands
Was ich im vorhergehenden Bericht noch gar nicht erwähnt habe, sind unsere lieben Mitgäste.
Das durchschnittliche Alter ist – Rente schon erreicht. Die lieben Alten haben sich aber hier organisiert. Feste Liegen, feste Plätze im Restaurant und wehe man sitzt in der Bar an der falschen Stelle…sobald man aufsteht und offensichtlich erst einmal Essen geht, werden die Plätze okkupiert. Kenntlich gemacht mit der eigenen Flasche Schnaps und Gläsern die man umgekehrt auf dem Tisch stellt. Mann, ich hatte meinen Hintern noch nicht mal ganz vom Stuhl erhoben, kam da schon so ne Rockeromi und hat den Platz für sich klar gemacht.zzzz.
Erinnert mich ein bisschen an meine Schulzeit. Da gab es immer die coolen Kids, die große Reden schwingen und jedem der ihre Schulhofecke beim Rauchen streitig machen wollte, verkloppten. Ist hier ähnlich. Die reifen Gesellen haben sich ratzfatz zusammengerottet und geben hier den Ton an. Leider passt die Kleidung nicht ganz so zu den coolen Kiddies. Ist doch eher die Jeanshose mit Autofahrerbund und Ökosandaletten. Die Frisuren der Mädels sind recht einheitlich (Gangstyle?), kurze graue Harre, No-Make-Up und Brille. Verdammt, wir müssen echt an unserem Pauschaltouristenoutfit noch arbeiten. Erste Kontaktversuche der Gang zu uns haben schon stattgefunden (an der Bar wurde eine Bestätigung von Thomas eingefordert zu der Tatsache, dass Bier 7 min. zu dauern hat. Lakonische Antwort von TB: woher wollen Sie das denn wissen, Sie sind doch Hamburger). Noch halten wir durch!!!